Podcast – Security on Air – Heute Datenschutz in ein ISMS integrieren
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Datenschutz und ISMS: Warum Integration Sinn macht – und wo die Grenzen liegen
Datenschutz und Informationssicherheit gehören eng zusammen, sind aber nicht dasselbe. Eine sinnvolle Integration von ISMS und Datenschutz vermeidet Doppelarbeit, stärkt die Nachweisbarkeit und verbessert die Governance – ohne datenschutzrechtliche Pflichten zu verwässern.
Unterschiedliche Schutzziele, gemeinsame Prozesse
Informationssicherheit schützt Informationen unabhängig vom Personenbezug – mit dem Ziel, Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit angemessen sicherzustellen. Datenschutz hingegen fokussiert auf den Schutz der Rechte und Freiheiten betroffener Personen und prüft insbesondere Rechtmäßigkeit, Zweckbindung, Speicherdauer, Informationspflichten, Auftragsverarbeitung und die Umsetzung von Betroffenenrechten. Deshalb gilt: Eine ISO 27001-konforme Maßnahme ist für den Datenschutz oft sehr relevant, ersetzt aber nicht die datenschutzrechtliche Bewertung.
Warum Integration trotzdem lohnt
Unternehmen profitieren, wenn sie ISMS und Datenschutz abgestimmt betreiben: weniger Doppelstrukturen, konsistente Betrachtung von Risiken und Prozessen, und eine effizientere Nachweisführung. Ziel ist keine Unterordnung des Datenschutzes unter das ISMS, sondern eine klare Governance mit definierten Verantwortlichkeiten und Schnittstellen.
Startpunkt: Governance vor Technik
Wenn bereits ein ISMS nach ISO 27001 besteht, empfiehlt sich der Start über die Governance:
- Verantwortlichkeiten,
- Berichtswege,
- Risikomanagement,
- Dokumentation,
- Schulungen,
- Kontrollen,
- Auditierung und
- der Umgang mit Abweichungen.
Der Datenschutzbeauftragte sollte dabei nicht wie ein beliebiger Verantwortlicher im ISMS behandelt werden; seine gesetzliche Unabhängigkeit und Aufgaben müssen berücksichtigt und er muss in relevante ISMS-Prozesse eingebunden werden.
Risikomanagement verbinden – ohne Begriffe zu vermischen
Sowohl ISO 27001 als auch die DSGVO verlangen einen systematischen Umgang mit Risiken, jedoch mit unterschiedlicher Intention. Ein integriertes Modell arbeitet daher mit gemeinsamen Risikoobjekten, berücksichtigt aber zusätzlich die spezifischen Auswirkungen auf die Betroffenen.
Fünf Bausteine für die Praxis
Ein praxistauglicher Ansatz lässt sich auf fünf Basispunkte verdichten:
- gemeinsame Governance,
- einheitliches Risikomanagement,
- Integration in Prozesse (Change/Projektmanagement, Lieferanten, Incidents, Berechtigungen),
- gemeinsame Nachweise sowie
- getrennte fachliche Bewertung dort, wo es erforderlich ist.
Typische Fehler, die Sie vermeiden sollten
Drei Fehlerbilder treten in der Praxis besonders häufig auf: der Glaube, Informationssicherheit impliziere automatisch Datenschutz; zwei vollständige Risikomanagementsysteme parallel aufzubauen; und die Annahme, ein zertifiziertes ISMS bedeute „Datenschutz erledigt”.
Was Auditoren wirklich prüfen
Auditoren hinterfragen weniger die Dokumentenlage allein, sondern die tatsächliche Verzahnung der Prozesse – etwa bei der Einführung eines cloudbasierten CRM-Systems mit rechtzeitiger Einbeziehung von Datenschutz, Informationssicherheit, Vertragsprüfung und ggf. einer Datenschutz-Folgenabschätzung.
Fazit
Datenschutz und Informationssicherheit gehören eng zusammen, sind aber nicht identisch. Ein ISMS kann eine starke Grundlage für integrierte Prozesse, ein gemeinsames Risikomanagement und bessere Nachweise schaffen – es ersetzt jedoch kein Datenschutz-Managementsystem und keine eigenständige datenschutzrechtliche Bewertung.
Jetzt die neue Folge anhören
In dieser Folge von „Security on Air” erklären wir, wo die Unterschiede zwischen Datenschutz und Informationssicherheit liegen, wie Sie Risiken sinnvoll verknüpfen und welche fünf Bausteine in der Praxis funktionieren – plus: typische Fehler und was Auditoren wirklich prüfen.
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